Der Mittagsschlaf verbessert die Datenverarbeitung im Gehirn erheblich. Dies wiesen US-Forscher nach, die die »Power Nap« untersuchten.
Ein gelegentliches Nickerchen erhöht die Konzentration und verbessert die Arbeitsproduktivtät. Das ist hinlänglich bekannt. Eine neue Studie, die ein US-Forscherteam der Harvard University im Fachblatt »Nature Neuroscience« veröffentlichten, demonstriert nun außerdem einen weiteren positiven Effekt:
Der Schreibtisch-Schlummer hilft dem Gehirn beim Abspeichern von angehäuften Daten.
Studenten im visuellen Test
Wissenschaftler um Sara Mednick konfrontierten mehrere Gruppen von Studenten mit einem einstündigen visuellen Test, der viermal am Tag absolviert wurde. Dabei mussten die Versuchspersonen Muster unterscheiden, die nur kurz auf einem Bildschirm erschienen. Für jede Sitzung ermittelten die Forscher die Geschwindigkeit, mit der die Probanden die Reize verarbeiteten.
Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass sich die Ergebnisse bei solchen Wahrnehmungsaufgaben innerhalb der ersten Minuten und Stunden stark verbessern. Zusätzlich findet über mehrere Tage ein langfristiger Lernprozess statt, der von ausreichendem nächtlichem Schlaf abhängt.
Außerdem untersuchten Mednick und ihre Kollegen den Einfluss des Mittagsschlummers, indem sie einigen Teilnehmern Nickerchen verordneten. Wie sich zeigte, konnten diese Probanden mit Schlafpause ihre Leistung halten oder bei längerem Mittagsschlaf sogar verbessern. Dagegen verschlechterte sich die Gruppe, die ohne Schlafpause auskommen musste, von Sitzung zu Sitzung.
Warum sind Schlafpausen notwendig?
Für den kontinuierlichen Leistungsabfall ist, wie die Forscher glauben, nicht so sehr eine allgemeine Ermüdung verantwortlich. Dagegen spricht, dass sich bessere Ergebnisse auch ohne Schlafpause erzielen ließen, wenn die Testpersonen in der letzten Sitzung einfach eine etwas modifizierte Aufgabe gestellt bekamen.
Bei der Bewältigung der Tests sind im Gehirn vielmehr, so die These der Wissenschaftler, speziell zugeschnittene neurale Netzwerke tätig. Diese besitzen aber offenbar nur begrenzte Verarbeitungskapazität: Ist der Mechanismus mit Informationen gesättigt, sinkt die Leistung. Nach Ansicht der Forscher sind Schlafpausen notwendig, um die aufgenommenen Daten im Gedächtnis zu festigen - vergleichbar mit dem Zusammenspiel zwischen Arbeitsspeicher und Festplatte bei einem Computer.
Der Ursache auf der Spur
Die Studie erlaubt auch Rückschlüsse auf die Arbeitswelt. Wie Mednick und Kollegen spekulieren, könnte zum Beispiel das so genannte »Burnout«-Syndrom weniger mit allgemeiner Erschöpfung zu tun haben, sondern eher mit einer durch Schlafmangel hervorgerufenen Überlastung spezifischer neuraler Netze.
Um dem vorzubeugen, haben Schreibtischarbeiter demnach zwei Alternativen:
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