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Start > Bücher/CD´s > Rezensionen > Persönlichkeits-ModelleMartina Schimmel-Schloo, Lothar J. Seiwert, Hardy Wagner: Persönlichkeits-Modelle»Wer einmal sich selbst gefunden hat, Buch-RezensionvonZur Frankfurter Buchmesse 2001 angekündigt und nun endlich erschienen! Das Buch PersönlichkeitsModelle richtet sich an
Das Buch PersönlichkeitsModelle gibt, nach eigenen Angaben, einen Überblick über zehn erprobte Persönlichkeitsmodelle, deren Anwendung und wissenschaftlichen Hintergrund. Auffällig ist zunächst die Tatsache, dass das Buch den Titel »PersönlichkeitsModelle« trägt und lediglich zwei Modelle, nach eigener Aussage, explizit Persönlichkeits-Strukturen abbilden (bei Alpha Plus® die s. g. Strukturebene und beim Struktogramm® die natürliche Persönlichkeits-Struktur). Das ist verwirrend. Es wäre wohl besser gewesen, einen geeigneteren Titel zu finden. Leider wiederholt sich dieser Fehler in einigen der ergänzenden Texten, während in der Darstellungen der einzelnen Modelle sehr genau zwischen dem Erfassen von:
unterschieden wird. Es gibt auch keine eindeutige Verwendung der Begriffe PersönlichkeitsModell und Persönlichkeitsanalyse-Instrument. Lesen Sie dazu auch eine weiterführende Betrachtung zum Begriffs Persönlichkeit. Das Wort Persönlickkeits-Modell bedeutet demnach ein Modell des theoretischen Konstruktes Persönlichkeit ...?! Diesen Fehler machen die Autoren der Artikel der einzelnen Instrumente kaum noch. Friedbert Gay z. B. spricht beim DISG explizit von einem Verhaltens-Modell. Inhalt
Der erste Beitrag im ersten Teil ist überschrieben mit »Überblick über die marktgängigen Persönlichkeitsanalyse-Konzepte« und stammt von Hardy Wagner. Im zweiten Beitrag stellt sich Tiki Küstenmacher der Frage »Warum überhaupt Persönlichkeitsmodelle?« Im dritten Beitrag widmet sich Stefan Boëthius der »Typenlehre nach C. G. Jung«. Hardy Wagner gibt einen Überblick über die gängigen Konzepte, die im zweiten Teil des Buches ausführlich beschrieben werden. Die Überschrift ist nicht in allen Punkten mit dem Inhalt seines Beitrags kongruent. Die vier Elemente (Empodokles, Hippokrates), die 4 Temperamente (Galenus) und die Lehre von Paracelsus stellen heute definitiv keine marktgängigen Persönlichkeitsanalyse-Konzepte dar und sind hier fehl am Platz. Welches Ziel Prof. Wagner mit diesem Artikel verfolgt ist nicht klar. Ist es ein historischer Überblick über Ideen zum Beschreiben von Verhalten, Persönlichkeit usw., ist es ein allgemeiner Überblick oder soll er eine Entscheidungs-Hilfe für den eiligen Leser sein? Widersprüchliches Das steht im direkten Widerspruch zu der Aussage von Jürgen Schoemen: Tiki Küstenmacher beschäftigt sich im zweiten Artikel mit der Frage: Warum überhaupt Persönlichkeitsmodelle? Dabei wiederholt er der Typologie der Antike, auf die Wagner schon eingegangen ist, und konzentriert sich dann besonders auf Fritz Riemann und das DISG-Persönlichkeitsprofil® ein. Überaus merkwürdig ist allerdings folgende Aussage von ihm:»Es bleibt das Problem der Riemannschen Typologie, dass zur Beschreibung Krankheitsbilder verwendet werden. Der amerikanische Psychologe William Moulton Marston modifizierte daher Riemanns Schema, um es für die ’Emotionen der normalen Menschen‘ nutzbar zu machen. In den 20er-Jahre entwickelte er mit amerikanischen Pragmatismus ein Modell, das für die Praxis gedacht war.« Fritz Riemann ist 1902 geboren, d.h. er ist in den 20er Jahren ebenfalls in den 20ern seines Lebens! Sein Buch »Grundformen der Angst« erscheint im Jahr 1961. Das ist auch, nach Aussage des Reinhardt-Verlages in München, das erste Erscheinungsdatum in Buchform der »Grundformen der Angst«. Diese Behauptung steht auch im Widerspruch zu dem Grund-Anliegen von Marston. Er hat sich ja gerade mit den Verhaltens-Strukturen von »normalen« Menschen beschäftigt, weil er den klinischen Ansatz für nicht ausreichend hielt. Ob die vier »Grundformen der Angst« von Riemann überhaupt mit der Übertreibung der Stärken der jeweiligen DISG-Typen in Verbindung gebracht werden kann, ist auch noch nicht bewiesen. Noch unklarer, und damit ist die Verwirrung perfekt, wird Küstenmacher dann auf der folgenden Seite: Im dritten Artikel des ersten Teils stellt Stefan Boëthius Die Typenlehre nach C. G. Jung dar. Neben der Dimension Umweltbezogenheit (Extra-, Introvertiertheit) nutzt Jung die zusätzlichen Funktionen Empfindung, Intuition, Fühlen und Denken zur Darstellung seiner acht Typen ( extravertierte / introvertierte Denktyp, extravertierte / introvertierte Fühltyp, extravertierte / introvertierte Empfindungstyp, extravertierte / introvertierte Intuitionstyp). Dieser gut ausgearbeitete Überblick ergänzt die Darstellung des MBTI im Hauptteil ideal. Der Hauptteil des Buches stellt diese Modelle ausführlich dar. Welche Modelle werden nun im Einzelnen dargestellt und was versuchen diese zu erfassen?
Die Modelle werden dann fast einheitlich dargestellt. Vom Überblick über das jeweilige Instrument, der Entwicklung und dem wissenschaftlichen Hintergrund, den Kernaussagen und Ergebnissen, der Durchführung einer Analyse, dem Nutzen für den Anwender bis hin zur Marktpräsens und Lizenzierung. Die Statistischen Angaben zu Reliabilität und Validität sind leider kaum vergleichbar, da diese sehr unterschiedlich dargestellt sind und zum Verständnis umfangreiches Wissen über Statistik voraussetzen. Hier finden die Angaben in einer Tabelle zusammengefaßt. FazitDieses Buch gibt einen ausgezeichneten Überblick über einige gängige Instrumente zum Erfassen von Verhalten, Einstellungen und Persönlichkeit usw. Wenn Sie sich, als Trainer oder Berater, für eine Lizensierung eines dieser Instrumente interessieren, dann ist dieses Buch eine ausgezeichnete Entscheidungs-Hilfe. Ob es tatsächlich Personal-Verantwortlichen in Unternehmen eine praktische Hilfe geben kann, wird die Praxis zeigen. Die dargestellten Modelle sind in sich verständlich und kongruent. Leider enthalten einige der ergänzenden Artikel offensichtliche Widersprüche und Behauptungen, die die ohnehin komplexe Thematik Persönlichkeit und Verhalten für den Laien noch verwirrender machen. Die Begriffe Persönlichkeitsanalyse-Konzepte und Persönlichkeitsmodelle werden gleich verwendet - warum diese Begriffsvielfalt? Den Anspruch, den die Herausgeber mit diesem Buch verbinden: können sie damit nur zum Teil gerecht werden. Ohne psychologische Vorbildung und ein gehöriges Grundverständnis von beschreibender Statistik, beim ersten Artikel des Buches sogar geschichts-medizinisches Verständnis, wird es all denen die »nur« an Persönlichkeitsentwicklung interessiert sind, sehr schwer fallen, den optimalen Nutzen aus diesem Werk zu ziehen. Auf mich macht dieses Buch den Eindruck, als hätte man hier einfach schnell einige Artikel nebeneinander gestellt. Das wird auch noch mal am Ende des Buches sehr deutlich. So taucht im dritten Teil des Buches (er heißt übrigens Ausblick und Synopse) plötzlich das Reiss-Profil® auf und wird genauso dargestellt wie die anderen 10 Profile. Es folgt ein synoptischer Überblick über die zehn beschriebenen Profile ohne das Reiss-Profil® auch nur im Ansatz zu erwähnen. Einen Ausblick im Sinne des Buches bleiben die Herausgeber indessen schuldig. Ob dieses Buch 50 Euro wert ist - sollte sich jeder Interessent reiflich überlegen. Ihre Kommentare, Ideen & Anregungen- es sind noch keine Kommentare vorhanden -
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