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Start > Bücher/CD´s > Rezensionen > Grundformen der AngstFritz Riemann: Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie»Vergiß dein Ich, RezensionvonDas Buch beschäftigt sich mit den, nach Fritz Riemann, vier grundlegenden Formen der Angst. Dabei geht Riemann von seinem Gleichnis aus, dass die Erde vier Grundimpulsen unterworfen ist:
Er geht nun davon aus: »..., daß der Mensch als Bewohner unserer Erde und als winziges Teilchen unseres Sonnensystems auch dessen Gesetzmäßigkeiten unterworfen sei, und daß er die beschriebenen Impulse als unbewußte Triebkräfte und zugleich als latente Forderungen in sich trage, ... .« Daraus leitet er die vier Forderungen ab, die der Mensch grundlegend unterworfen sei; ein einmaliges Individuum zu werden, sich der Welt (Menschen, Leben) vertrauensvoll zu öffnen, Dauer anzustreben und den Wandel anzunehmen. Riemann geht somit davon aus, dass der einzelnen Mensch mehr oder weniger den vier grundlegenden Ängsten ausgesetzt ist:
Nach seiner Auffassung sind alle möglichen Ängste auf diese vier Grundformen zurückführbar. Wichtig ist weiterhin, dass der »in seiner Entwicklung nicht Gestörte« mit diesen Ängsten umgehen kann. Dagegen »der in seiner Entwicklung Gestörte« wird eine der Grundformen der Angst sehr stark erleben. Riemann beschreibt also mehrheitlich krankhaftes Verhalten.
Er stellt dann im Hauptteil seines Buches vier Typologien (schizoid, depressiv, zwanghaft, hysterisch) von allgemeingültigen Grundeinstellungen und Verhaltensmöglichkeiten vor, die aus der Interaktion von Persönlichkeit und Umwelt entstehen. Diese werden durchgängig im Bezug zur Liebe, zur Aggression, dem lebensgeschichtlichen Hintergrund, an Beispielen und ergänzenden Betrachtungen diskutiert. In seiner Schlußbetrachtung geht er u. a. darauf ein, dass diese vier Grundformen der Angst selten bei einem einzelnen Menschen in »reiner« Form auftreten werden. »Wenn es jemanden gäbe, der sowohl die Angst vor der Hingabe in echtem Sinne verarbeitet hätte und sich in liebendem Vertrauen dem Leben und den Mitmenschen öffnen könnte; der zugleich seine Individualität in freier, souveräner Weise zu leben wagte, ohne die Angst, aus schützenden Geborgenheiten zu fallen; der weiterhin die Angst vor der Vergänglichkeit angenommen hätte und dennoch die Strecke seines Lebens fruchtbar und sinnvoll zu gestalten vermöchte; und der schließlich die Ordnung und Gesetze unserer Welt und unseres Lebens auf sich nähme, im Bewußtsein ihrer Notwendigkeit und Unausweichlichkeit, ohne die Angst, durch sie in seiner Freiheit zu sehr beschnitten zu werden - wenn es einen solchen Menschen gäbe, wir würden ihm zweifellos die höchste Reife und Menschlichkeit zuerkennen müssen.« FazitRiemann hat diese Buch geschrieben, um dem Einzelnen zu helfen, um mehr Verständnis für sich und andere aufzubringen, die Bedeutung der Anfangsjahre für die Entwicklung deutlich zu machen und den großen Zusammenhängen mehr Aufmerksamkeit zu geben. Ob das von ihm angeführte Gleichnis heute noch gut faßbar ist, stellt sich aus meiner Sicht in Frage. Sein Bezug zur Astrologie in der Schlußbetrachtung ist überaus interessant, wird aber Nährboden für Skepsis bieten. Wer den tiefenpsychologischen Ansatz nicht verneint und sich der Gefahr von Schubladendenken bewußt ist, findet hier Zugang zu wertvollen Ideen und Einsichten. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und somit auch für den nicht einschlägig vorbelasteten Leser verständlich. Leider gibt Riemann in diesem Buch keine Literaturhinweise. Dass es nun mittlerweile die 34. Auflage ist, spricht zumindest für eine deutlich große Leserschaft. Ihre Kommentare, Ideen & Anregungen- es sind noch keine Kommentare vorhanden -
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