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Start > Tipps > Regionales: Rating nach BASEL II

Rating nach BASEL II

von Sven Lehmann

Was ist Basel II?

  Was ist Rating?
Ein Rating ist eine Aussage über die zukünftige Fähigkeit eines Unter-nehmens zur vollständigen und termingerechten Rück-zahlung seiner Verbindlichkeiten.
Ratings werden durch Kredit-institute (Internes Rating) und/ oder Rating-Agenturen (Externes Rating) erstellt.

Durch die Veränderungen auf den internationalen Finanzmärkten entsteht mehr Wettbewerbs-intensität durch Deregulierung, Globalisierung, Fortschritte der Informations- und Kommunikations-Technologien, Produkt- und Prozess-Innovationen, Steigende Anlegeransprüche und die Konzentration von Banken auf erfolgversprechende Geschäfts-Felder. Diese Entwicklung wird auch zu mehr Markt-Transparenz führen.

Basel II will...

  • fortgeschrittene Techniken zur Erfassung von Risiken bei Kreditinstituten belohnen
  • die Eigenkapitalunterlegung nach Risiken staffeln
  • die Eigenkapitalunterlegung am Risikoprofil der Kreditinstitute individuell ausrichten
  • neue Kapitalmarktinstrumente berücksichtigen und damit insgesamt
  • die Stabilität des internationalen Finanzsystems erhöhen

Im Zuge der immer stärkeren Anwendung der Grundsätze von Basel II, kommt es zu einer stärkeren Preisdifferenzierung. Konkret bedeutet das, günstig eingeschätzte Unternehmen bekommen günstigere Kredite und ungünstig eingeschätzte Unternehmen bekommen - wenn überhaupt sehr teure Kredite.

Bisher genügten meistens folgende wichtige quantitative Parameter zur Bonitätsprüfung:

  • Bilanzzahlen/GuV, Beispiele:
  • Kapitalstruktur (Eigenkapitalquote, Fremdkapitalstruktur)
  • Finanzlage (Cashflow / Bilanzsumme)
  • Ertragslage (Eigenkapitalrendite, Gesamtkapitalrendite)
  • Unternehmensgröße (Umsatz, Bilanzsumme)
  • Vergleichszahlen, z.B. Umsatzwachstum, ...
  • Kontoführungsdaten
  • Sonstige Größen: Marktanteil, usw. ...

Nach Basel II werden diese nun durch wichtige qualitative Parameter ergänzt:

  • Unternehmensstrategie, Organisationsstruktur, usw. ...
  • Rechtsform, Branche, Staat / Region
  • Unternehmensgröße (Mitarbeiterzahl)
  • Marktstellung / Geschäftsstrategie
  • Güte des Rechnungswesens
  • Qualität des Managements / der Eigentümer
  • Nachfolgeregelung

Was heißt das nun konkret für Unternehmen, vor allem für KMU?

Sicher ist nicht zu erwarten, dass bestehende Geschäftsbeziehungen abgebrochen werden, nur weil sich vielleicht die Mitarbeiterzahl ändert. Aber was machen Sie z. B. wenn Ihr langjähriger Kreditsachbearbeiter nicht mehr da ist...?
Allerdings dürften Banken noch stärker als bisher an den qualitativen Faktoren Interesse haben!

Wenn die quantitativen Parameter nicht stimmen, dürfte eine Kreditvergabe aussichtslos erscheinen, das war auch in der Vergangenheit so. Der Preis, der für den Kapitaldienst zu zahlen ist, hängt nun aber zunehmend von den s.g. weichen Betriebsfaktoren ab.

Die Grafik bringt es auf den Punkt. Dieser Faktor der weichen Faktoren ist schon immer wichtig für Unternehmen gewesen. Leider haben das nicht alle Unternehmen rechtzeitig erkannt.
Basel II löst also hier ein Umdenken aus.

Schade ist nur, dass dieses Umdenken wieder mal durch äußeren Druck einsetzt und nicht aus Überzeugung, das die weichen Betriebsfaktoren grundlegende Bedeutung haben!

KMU´s werden es mit Sicherheit schwerer haben, an geeignete Finanzierungen zu kommen. Existenzgründer umso mehr - allerdings sind hier Sonderregelungen geplant.

Empfehlung an Unternehmen

Grundsätzlich ist zu empfehlen:

    Information sind nicht als Holschuld der Bank,
    sondern auch als Bringschuld des Unternehmens zu verstehen!

Deshalb

  • wirtschaftliche Lage ausführlich und dokumentiert darlegen
  • Planungskonzepte und Planbilanzen vorlegen
  • regelmäßige Gespräche zur Bonitätslage mit den Kreditinstituten führen
  • ein tragfähige Zukunftsstrategie entwickeln
  • die Bedeutung der weichen Betriebsfaktoren überdenken und entsprechen handeln
    Vorhandene Bonität kommunizieren!

Gern können wir im Forum darüber diskutieren und Erfahrungen austauschen.

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