Zum Thema Mobbing erreichen uns immer wieder interessante Fragen, Anmerkungen und Meinungen von Lesern. Wir greifen einige davon auf und stellen Sie gern allen Lesern in diesem Beitrag zur Diskussion.
Einer unserer Leser machte uns darauf aufmerksam, dass es einen Unterschied gibt, ob man vom Chef oder von den Kollegen gemobbt wird. Die Auswirkungen sind zwar dieselben, aber die Ansätze zur Problemlösung unterscheiden sich.
Beim Mobbing durch Kollegen ist der Vorgesetzte in die Pflicht zu nehmen, an seine Fürsorgepflicht zu appellieren. Das setzt allerdings voraus, dass er über seine Verantwortung als Führungskraft auch wahrnehmen will.
Beim Mobbing durch den Chef gibt es 2 mögliche Gründe:
Entweder ist sich der Chef seiner Wirkung auf diesen Mitarbeiter nicht bewusst.
Dann hilft oft ein klärendes Gespräch.
Oder er mobbt bewusst.
(siehe: Personalabbau durch Mobbing).
Dann ist Kampf angesagt, der Kampf um eine möglichst hohe Abfindung. Eine »friedvolle« Zusammenarbeit ist in solchen Fällen so gut wie ausgeschlossen.
Gleichgültig, von wem man gemobbt wird - in jedem Fall muss das Thema eindeutig angesprochen werden und in beiden Fällen ist eine klare Beweisführung erforderlich.
Die andere Sicht der Dinge
Der Leser macht auch darauf aufmerksam, dass viele Gemobbte die Situation selbst herbeigeführt haben. Er erwähnt, dass es Menschen gibt, die sich einfach nicht in Organisationen und Gruppen eingliedern können. Manch einer reizt mit seinem Verhalten seine Umwelt bis zur Weißglut, bewegt sich allerdings immer innerhalb der Grenze der arbeitsrechtlichen Regeln und Vorschriften. Dass ihm dann irgendwann von seinen Kollegen oder seinem Chef sein Verhalten heim gezahlt wird, ist nicht verwunderlich - sondern vorhersehbar.
Kommunikation muss gelernt werden
Zu Recht weisst unser Leser darauf hin, dass das ganze Problem im Umfeld Mobbing auf mangelnde Kommunikation zurückzuführen ist. Wenn jeder Mensch bereits in der Schule lernt, seine Meinung und seinen Standpunkt sachlich, überzeugend und konkret vorzutragen ohne einen anderen zu verletzen, dann wäre die Schlacht gegen das Phänomen Mobbing gewonnen. Was in der Schulzeit versäumt wurde lässt sich aber im späteren Leben aber noch nachholen: durch offene Gespräche im Kollegenkreis, sich aussprechen.
Ursache und Wirkung
Etwas in sich hinein zu fressen ist die Vorstufe zu vielen Krankheiten. Jedes Magengeschwür hat eine Vorgeschichte sagte der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog. Sich auf dem »Altar des Unternehmens« zu opfern hat sich noch nie ausgezahlt.
Überraschung - Widerspruch - Gegenwehr
Eine andere Leserin berichtet über ihre Erfahrungen mit dem Thema Mobbing. Wenn Gemobbte auf ihre Situation aufmerksam gemacht werden, sagt sie, dann fangen sie häufig an auf Grund des neuen Bewusstseins sich zu wehren und zu kämpfen. Diese Haltung erzeugt zuerst Überraschung, dann Widerspruch und anschließend Gegenwehr. Der Konflikt eskaliert und in vielen Fällen bleibt nur noch die Trennung. Wenn die Beweislage durch Dokumentation, z. B. ein Mobbing-Tagebuch, gesichert ist, dann bleibt wenigstens die Hoffnung auf einen finanziellen Ausgleich.
Fazit
Auch hier gilt das alte Sprichwort: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
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